Den richtigen Fokus treffen

Für Viele sicherlich schon ein alter Schuh, aber ich möchte dennoch ein paar Worte darüber verlieren: Das Scharfstellen am Teleskop.

Schon lange schwebte mir die Idee im Kopf herum, mir endlich eine Bahtinov-Maske für das Teleskop zu basteln. Es vereinfacht das Fokussieren/Scharfstellen für die Aufnahmen mit meiner ToUCam 740K / SPC 900NC. Es gibt zwar auch fertige Masken zu kaufen, aber diese haben natürlich auch immer ihren Preis. Günstige Masken fangen so ab etwa 1 Euro pro Zentimeter Öffnung an, „Deluxe“-Versionen ab etwa 2 Euro. Dann komme ich immerhin schon wieder schnell auf 25 bis 50 Euro plus Versand.

Dabei kann man sich so eine Maske leicht selbst bauen. Alles was man braucht ist ein scharfes Messer, entsprechend große Pappe und einen Drucker. Bahtinov-Masken kann man nämlich ganz leicht online generieren lassen. Man muss sie dann nur noch auf Papier/Pappe bringen und die Schlitze freischneiden. Und das Ergebnis entspricht voll und ganz den Erwartungen.

 

 

Maske generieren

Ich für meinen Teil habe dazu den Generator von astrojargon.com genommen: http://astrojargon.net/MaskGenerator.aspx Dort gibt man einfach seine Teleskopdaten, vornehmlich Brennweite und Durchmesser an klickt am Ende der Seite auf „Generate“. Und schon hat man seine Vorlage als .svg-Datei.
Werte, die man ebenfalls noch anpassen kann, sind hauptsächlich „Edge Thickness“ und „Margin“. Die Edge Thickness legt dabei fest, wieviel Rand die Maske bekommt. Der Teleskop-Tubus ist ja um einiges breiter als der Hauptspiegel. Somit bekommt man eine schönere Vorlage zum passgenauen Ausschneiden. Hat der Tubus z.B einen Durchmesser von 30cm und der Hauptspiegel einen Durchmesser von 25cm, so stellt man die Edge Thickness auf 25mm ein. Damit ist dann die Maske genauso groß wie der Tubus.
Den Top Margin und den Left Margin habe ich jeweils auf 0 mm gesetzt. Somit füllt die Vorlage das gesamte Bild aus. Meine Vorlage sah dann z.B. aus wie auf dem Bild rechts zu sehen.

Bearbeitung der Maske

Und was macht man dann mit der .svg-Datei, die normalerweise im Internet Explorer angezeigt wird? Wer z.B. OpenOffice oder LibreOffice installiert hat, ist auch im Besitz des Programmes „Draw“. Bei Microsoft Office sieht es etwas schlechter aus. Ein gutes kostenloses Programm für SVG-Dateien ist das Vektorprogramm Inkscape, welches auf http://www.inkscape.org kostenlos erhältlich ist. Dies kann solche Dateien problemlos öffnen. Dort kann man seine Masken in der richtigen Größe auf Papier bannen. Sollte die Maske größer sein als eine A4-Seite (so wie bei mir, siehe Bild), so erstellt man sich vier separate Seiten/Ausdrucke.

Übergroße Maske?

Zuerst platziert man die Maske so auf der Seite, dass der obere linke Quadrant der Maske in der unteren rechten Ecke der Seite zu sehen ist. Danach verschiebt man die Maske, sodass sich der obere rechte Quadrant in der unteren linken Ecke der Seite befindet. Für die verbleibenden zwei unteren Quadranten wiederholt man das Ganze dann in den oberen Seiten-Ecken.

 

 

Bastelarbeit

Nun klebt man sich das Ganze am besten auf eine entsprechend große Pappe und muss mit einem scharfen Messer (z.B. Cuttermesser) nur noch die Streifen ausschneiden – und schon hat man seine Maske eigentlich auch schon fertig. :-)

Halbfertig sieht das dann aus wie auf dem Bild nebenan. Sieht etwas geknittert aus, aber ich habe das Papier auch nur leicht auf die Pappe geklebt, denn zuguterletzt habe ich bei mir dann noch das Papier wieder entfernt und die Maske schwarz lackiert. Man kann sich dann entweder noch einen langen pappstreifen um die Maske kleben, sodass man sie über das Teleskop stülpen kann, oder man nimmt einfach etwas VDE-Band/Abdichtband (das farbige Klebeband) mit dem sich die Maske auch problemlos ohne Rückstände vor dem Teleskop befestigen lässt.

 

2,231 total views, 2 views today

Bookmark the Permalink.