John Dobson ist am 15.01.2014 verstorben

John Dobson starb am 15.01.2014 in Burbank, Kalifornien mit 98 Jahren. Laut Aussagen starb er dabei friedlich. Er ist der Erfinder einer der wohl populärsten Teleskop-Montierungen: die Dobson-Montierung (Rockerbox).

Dobson wurde 1915 in Peking geboren und verbrachte seine Kindheit in China. Sein Großvater mütterlicherseits war der Gründer der Peking-Universität, seine Mutter Musikerin, sein Vater Dozent für Zoologie an der Pekinger Universität. 1927 ging die Familie zurück in die USA und ließ sich in San Francisco nieder. Dobsons Vater arbeitete als Lehrer an der dortigen Lowell High School.

John Dobson nahm ein Studium der Chemie an der Universität Berkeley auf, das er 1943 abschloss.

In jungen Jahren war Dobson Atheist. Mit zunehmendem Alter kam er zu der Überzeugung, dass das Universum göttlichen Ursprungs sein müsse. 1940 lebte er zeitweise in einem Kloster, das er allerdings wieder verließ, um sein Studium fortzuführen. 1944 wurde er Anhänger des Ramakrishna-Ordens und lebte für die nächsten 23 Jahre als Mönch im Vedanta-Kloster in San Francisco.

In dieser Zeit begann Dobson sich intensiv mit dem Aufbau des Universums auseinanderzusetzen. Um mehr darüber zu erfahren, beschäftigte er sich mit der Astronomie. Da er gelobt hatte, in Armut zu leben, konnte er sich kein fertiges Teleskop kaufen, sondern konstruierte Instrumente aus einfachsten Mitteln. So schliff er die Gläser von Flaschenböden zu Teleskopspiegeln und verwandte Papprohre, die auf Baustellen anfielen, als Tubus. Seine Geräte besaßen keine herkömmliche Montierung, sondern waren beweglich auf einem Kasten aus Sperrholz aufgesetzt.

Dobsons astronomische Aktivitäten stießen zunehmend auf Missbilligung seitens des Ordens. Seinen brieflichen Kontakt mit der Außenwelt musste er mitunter in verschlüsselter Form vornehmen, wobei er Teleskope als Geranien und Blumentöpfe „tarnte“. Schließlich musste er sich entscheiden, ob er weiter dem Orden angehören oder Teleskope bauen wollte. Dobson entschied sich für letzteres und trat 1967 aus.

Im gleichen Jahr wurde er Mitbegründer der „Sidewalk Astronomers“ („Gehweg-Astronomen“) in San Francisco. Diese Gruppe von Amateurastronomen stellte ihre Teleskope einfach auf die Gehwege der Stadt und bot jedem Passanten an, einen Blick hindurchzuwerfen. Die Sidewalk Astronomers sind mittlerweile eine Organisation mit weltweiter Mitgliedschaft. Ihr Ziel ist es, die Astronomie einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen.

Dobsons erste Teleskope wiesen aufgrund ihrer primitiven Bauteile noch optische Unzulänglichkeiten auf und besaßen kein hohes Auflösungsvermögen. Im Laufe der Zeit verbesserten er und andere Amateurastronomen das Design. Das Prinzip der Dobson-Montierung stellt eine Möglichkeit dar, selbst große Spiegelteleskope preiswert herzustellen. Dobson-Teleskope können relativ einfach selbst gebaut werden, sind gut transportabel und können mit wenigen Handgriffen am Beobachtungsort aufgebaut werden. Diese Eigenschaften führten dazu, dass dieser Teleskoptyp heute sehr verbreitet ist.

(Quelle: Wikipedia)

 

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