Komet ISON nun auch von Hubble beobachtet

ison_hubbleAm 10. April war es endlich soweit: Hubble hat sich des als Jahrhundertkometen gepriesenen C/2012 S1 (ISON) angenommen. Auch wenn er mit derzeit noch fast 650 Millionen Kilometern Entfernung zur Erde – und fast 600 Millionen Kilometern zur Sonne – noch sehr weit weg ist, macht sich die Sonneneinstrahlung schon enorm bemerkbar. Verdampfte Gase und Eis entweichen in den Weltraum und bilden einen mehr als 90.000 Kilometer langen Schweif. Die ebenfalls aus Gas bestehende Hülle hat ebenso einen Durchmesser von mehr als 5.000 Kilometern.

Was das für den 28. September 2013 bedeutet, wo sich der Komet im Perihel – dem sonnennächsten Punkt – befindet, bleibt noch abzuwarten. Der Durchmesser von ISON wurde aufgrund des Bildmaterials auf gerade einmal fünf bis sechs Kilometer geschätzt. Für seine scheinbare Helligkeit, die er momentan besitzt, ist das relativ viel und deutet darauf hin, dass er enorme Mengen an Material in den Weltraum verliert. Es kann also ebenso passieren, dass er noch vor seiner kürzesten Entfernung zur Sonne bereits zerbricht oder an Helligkeit einbüßt. Seine Distanz zu unserem Zentralgestirn beträgt dann gerade einmal 1,1 Millionen Kilometer. Erst am 26.12.2013 ist er auf seinem Rückweg der Erde am nächsten – bei einer Entfernung von immerhin 60 Millionen Kilometern. Sein Weg ist also alles andere als unproblematisch. Hoffen wir also, dass er seinen Ritt recht unbeschadet übersteht.

Entdeckt wurde er im übrigen am International Science Optical Network (kurz ISON, woher er auch seinen Namen hat) im September 2012 von zwei russischen Astronomen. Erste Bahnberechnungen zeigten, dass er wohl aus der Oort’schen Wolke kommt, einen schalenförmigen Bereich um unser Sonnensystem in mehr als einem Lichtjahr Entfernung. Dort befinden sich Überreste aus der Entstehung unseres Sonnensystems. Gleichzeitig bildet diese „Wolke“ auch die Quelle für die meisten langperiodischen Kometen. Durch die sogenannten galaktischen Gezeiten – ein gravitativer Einfluss unserer Galaxie auf z.B. diese Wolke – wird die Umlaufbahn von Objekten in der Oort’schen Wolke gestört und sie geraten als langperiodische Kometen ins innere unseres Sonnensystems. ISON scheint dabei das erste Mal auf dem Weg in unser Sonnensystem zu sein. Er besitzt also noch eine „saubere“ Oberfläche mit flüchtigen Gasen, die nun zu verdampfen beginnen.

ison_2Aktuelle Bilder wie dieses findet man regelmäßig auf der Seite http://blog.ison2013.org/ . Die gemachten Aufnahmen zeigen ebenfalls, dass der Komet weiterhin immer heller wird, obwohl er sich zur Zeit eigentlich von der Erde entfernt. Auch daraus lässt sich noch keine eindeutige Schlussfolgerung ableiten, wie sich ISON uns im September zeigen wird. Drücken wir ihm für seine Reise also erstmal weiter die Daumen…

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