Philae ist gelandet – vermutlich zweimal

Gelandet ist gut, doppelt gelandet ist besser. Naja, wissen wir noch nicht. Fakt ist, heute gegen 17 Uhr ist der Lander Philae der Raumsonde Rosetta erfolgreich auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (oder kürzer 67P/C-G) gelandet. Erfolgreich deswegen, da der Lander überhaupt gelandet ist.

Wie Philae nun genau gelandet ist, ist noch unbekannt. Eigentlich sollte es heute gegen 19 Uhr schon ein erstes Bild von der Oberfläche des Kometen geben. Stattdessen gab es eher Zurückhaltung. Gegen 19:30 sollte es dann weitere Informationen geben, dann gegen 20 Uhr – und am Ende kamen spärliche Informationen erst 20:10 Uhr.

Vermutet wird, dass Philae bei der ersten Landung abgeprallt ist und danach noch ein zweites Mal auf den Kometen sank. Der Lander sollte sich mit Harpunen und Schrauben im Boden verankern, jedoch zündeten die Harpunen nicht und so konnte kein fester Kontakt hergestellt werden. Dass Philae aber dann doch wieder auf dem Kometen aufkam, konnte den gefunkten Daten entnommen werden. Die Sensoren an den Landebeinen belegen, dass Kontakt zum Kometen besteht. Der Funkkontakt brach auch immer mal wieder ab, Philae wird sich wohl beim Abprallen gedreht haben. Defekt ist er aber glücklicherweise nicht. Er sendet konstant Daten und bis auf die genannten Probleme soll auch alles andere – den Umständen entsprechend – im grünen Bereich sein.

Nähere Informationen dazu gibt es laut Angaben morgen am 13.11.2014 um 14 Uhr MEZ.
Und wenn der Lander nun doch nicht funktioniert – das Rendezvouz von Philae mit 67P also nicht geglückt ist? Hier möchte ich mich an den Blog von Florian Freistetter halten.
Es war nie das primäre Missionsziel, auf dem Kometen zu landen. Es war ein Bonus. Es wäre schön, wenn es klappt, aber aber nicht so dramatisch, wenn es nicht klappt. Und geklappt hat es ja. Wir haben nun also das erste von Menschenhand gebaute Objekt auf einem Kometen gelandet – andere schaffen es noch nicht einmal mit drei Versuchen ihr Auto in eine Parklücke parallel zur Straße zu parken. Und wenn nun Philae eben keine Experimente durchführen kann, so haben wir immer noch die Raumsonde Rosetta, die den Kometen umkreist und ihn auf seinem weiteren Weg um die Sonne soweit wie möglich beobachten wird. Dies ist auch der Hauptteil der Mission.
Alle Beteiligten haben also ganze Arbeit geleistet, egal was der Lander nun macht. Aus den Augen eines normalen Menschen ist es sowieso nahezu unbegreiflich, wie man soviel Technik Millionen von Kilometer durchs Sonnensystem jagen kann und dann auch noch auf den Punkt einen Kometen trifft. Unsereins hat ja schon Probleme, den Papierkorb in einem Meter Entfernung mit einem Knäuel Papier zu treffen.

Nein. Alles ist Super. Und die bislang gelieferten Bilder sind absolut beeindruckend. Und so schlimm steht es ja nun doch nicht um den Lander. Mit etwas Glück sehen wir ja morgen direkt ein Bild von der Kometenoberfläche. Und Rosetta jedenfalls wird noch weiterhin tolle Bilder liefern. Vorallem wenn sich 67P weiter der Sonne nähert.

Geschichte haben wir auf jeden Fall schon geschrieben. Und zum Abschluss gibt es hier noch die drei aktuellsten Bilder. Zum einen eine Aufnahme der ROLIS-Kamera an der Unterseite von Philae, die den Kometen aus 3km Entfernung beim Landeanflug zeigt und dann noch einmal ein letzter Blick zurück von Philae zu Rosetta.

Landeanflug auf 67P (Credits: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR):

Rosetta beim Landeanflug (Credits: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA):

Rosetta beim Landeanflug (Credits: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA):

Edit 22:31 Uhr: Hier noch eine kleine Zugabe. Das letzte Bild, was vor der Landung gemacht wurde. Schwirrt derzeit aber noch mehr inoffiziell im Netz herum. (Credit: ESA)

Edit 22:36 Uhr: Und noch eins. (Credits: unbekannt)

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