Was oder wo war alles vor dem Urknall?

Eigentlich können wir noch nicht mal beantworten, was genau beim Urknall passierte, da ziehen uns die Planck-Zeit (5,39106 · 10−44 s) und Plank-Länge (1,616199 · 10−35 m) einen Strich durch die Rechnung. Beide Planck-Konstanten sind so gesehen winzig. Eine Sekunde ist gegen die Zeit eine Ewigkeit und ein Millimeter ist monströs gegen die Planck-Länge. Aber Unterhalb dieser Zeit, bzw. Länge versagen alle unsere physikalischen Grundlagen und Gesetze – wir können einfach keine Aussagen über das wieso, weshalb und warum treffen.

Wir gehen davon aus, dass zum Zeitpunkt Null des Urknalls dieser eine Singularität war – alles was unser Universum ausmacht, alles was an Materie und Energie vorhanden ist, war in einem einzigen Punkt vereint – ohne Größe oder Länge. Die vier Grundkräfte die wir kennen, waren alle zu einer Urkraft oder Superkraft vereint – auch das hindert uns daran, Aussagen über den Urknall oder das davor zu machen.

Die vier Grundkräfte sind Gravitation, Elektromagnetismus (Licht, Strom, Magnetismus, der Zusammenhalt der Atome…), starke Wechselwirkung – sie bindet z.B. die Elektronen an den Atomkern und schwache Wechselwirkung (verantwortlich für Radioaktivität).

Aber da mit dem Urknall alles entstand, war vorher einfach nichts. Zumindest nach dem alten „Glauben“.

Zum Glück gibts ja aber noch andere Theorien:
Eine sagt aus, dass unser Universum irgendwann aufhört sich auszudehnen. Die Schwerkraft zieht dann alles wieder zusammen – der Big Shrink. Irgendwann ist die Anziehung durch die Schwerkraft so groß, dass alles wieder auf einen einzigen Punkt gezogen wird und so enorm komprimiert wird, dass wir wieder eine Singularität haben – und wieder einen neuen Urknall. Danach wäre vor dem Urknall ein sterbendes Universum gewesen. Aber diese Theorie hat heute nicht mehr viele Vertreter.

Eine andere Theorie geht von Multiversen aus. Viele einzelne Universen in einem sogenannten Hyperraum. Gelegentlich kollidieren zwei dieser Multiversen. Dadurch wird eine enorme Menge Energie frei und daraus entsteht ein neues Universum.

Die M-Theorie, also quasi eine Vereinigung der String-Theorien geht davon aus, dass Multiversen wie schwingende Membrane sind. Auch da kann es passieren, dass sich hin und wieder zwei dieser Membrane an einem Punkt berühren – wodurch dann auch ein Universum entstehen kann.

Beide letzteren Theorien sagen in soweit aber das gleiche aus: Vor unserem Urknall waren zwei bestehende Universen, die einander berührten und dadurch den Urknall auslösten. Und das sind bislang auch die aktuellsten Theorien.

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