Sonne vom 30.09.2013

Die Sonne gegen die Mittagszeit vom 30.09.2013. Wie immer eine Weißlichtaufnahme. Diesmal habe ich allerdings noch eine erste Aufnahme mit einer 3x Barlow und somit ca. 3750mm Brennweite versucht. Ansonsten sind die Aufnahmedaten relativ gleich geblieben. Philips SPC 900NC fokal am ICS Galaxy Dobson D10-K-MCF.

Die besten 20% der Videoaufnahme wurden mit Avistack 2 gestacked, teils dort etwas Wavelet-geschärft und anschließend in Unshake so gut es ging nachgeschärft. Um den Kontrast etwas anzuheben und etwas Farbe ins Spiel zu bringen wurde dann noch das Bild mit einem Farbverlauf eingefärbt, der das Ganze etwas natürlicher wirken lässt.

Zum Vergleich habe ich auch wieder eine Größenskalen eingebaut.

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Erde, Mond und Voyager 1

Das erste Bild, auf dem Erde und Mond auf einer einzigen Aufnahme zu sehen waren. Es wurde am 18. September 1977 von Voyager 1 aus einer Entfernung von 11,7 Millionen aufgenommen.

Der Mond liegt auf dieser Ansicht hinter der Erde. Auf der Erde selbst sind Ost-Asien, der Westpazifik und Teile der Arktis zu sehen.

Da die Erde wesentlich heller als der Mond ist, wurde unser Erdtrabant vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) künstlich aufgehellt, damit beide in gleichem Licht erstrahlen. Das Bild selbst setzt sich dabei aus drei Einzelaufnahmen zusammen, die mit verschiedenen Farbfiltern gemacht wurden.

Voyager 1 hat mittlerweile unser Sonnensystem offiziell verlassen und ist damit das erste von Menschenhand gebaute Objekt, das je unser Sonnensystem überhaupt verlassen hat.
Sie startete am 5. September 1977 und hat sich in den letzten 36 Jahren über 19 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, was etwa dem 125-fachen Abstand Sonne-Erde entspricht und dem fast 3-fachen Abstand Sonne-Pluto.

Und auch wenn Voyager 1 wohl nur noch bis 2025 aktiv sein wird: In etwa 40.000 Jahren wird sie den Stern AC+79 3888 im Sternbild Giraffe passieren.

Na dann mal weiterhin gute Reise.

 

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Den richtigen Fokus treffen

Für Viele sicherlich schon ein alter Schuh, aber ich möchte dennoch ein paar Worte darüber verlieren: Das Scharfstellen am Teleskop.

Schon lange schwebte mir die Idee im Kopf herum, mir endlich eine Bahtinov-Maske für das Teleskop zu basteln. Es vereinfacht das Fokussieren/Scharfstellen für die Aufnahmen mit meiner ToUCam 740K / SPC 900NC. Es gibt zwar auch fertige Masken zu kaufen, aber diese haben natürlich auch immer ihren Preis. Günstige Masken fangen so ab etwa 1 Euro pro Zentimeter Öffnung an, „Deluxe“-Versionen ab etwa 2 Euro. Dann komme ich immerhin schon wieder schnell auf 25 bis 50 Euro plus Versand.

Dabei kann man sich so eine Maske leicht selbst bauen. Alles was man braucht ist ein scharfes Messer, entsprechend große Pappe und einen Drucker. Bahtinov-Masken kann man nämlich ganz leicht online generieren lassen. Man muss sie dann nur noch auf Papier/Pappe bringen und die Schlitze freischneiden. Und das Ergebnis entspricht voll und ganz den Erwartungen.

 

 

Maske generieren

Ich für meinen Teil habe dazu den Generator von astrojargon.com genommen: http://astrojargon.net/MaskGenerator.aspx Dort gibt man einfach seine Teleskopdaten, vornehmlich Brennweite und Durchmesser an klickt am Ende der Seite auf „Generate“. Und schon hat man seine Vorlage als .svg-Datei.
Werte, die man ebenfalls noch anpassen kann, sind hauptsächlich „Edge Thickness“ und „Margin“. Die Edge Thickness legt dabei fest, wieviel Rand die Maske bekommt. Der Teleskop-Tubus ist ja um einiges breiter als der Hauptspiegel. Somit bekommt man eine schönere Vorlage zum passgenauen Ausschneiden. Hat der Tubus z.B einen Durchmesser von 30cm und der Hauptspiegel einen Durchmesser von 25cm, so stellt man die Edge Thickness auf 25mm ein. Damit ist dann die Maske genauso groß wie der Tubus.
Den Top Margin und den Left Margin habe ich jeweils auf 0 mm gesetzt. Somit füllt die Vorlage das gesamte Bild aus. Meine Vorlage sah dann z.B. aus wie auf dem Bild rechts zu sehen.

Bearbeitung der Maske

Und was macht man dann mit der .svg-Datei, die normalerweise im Internet Explorer angezeigt wird? Wer z.B. OpenOffice oder LibreOffice installiert hat, ist auch im Besitz des Programmes „Draw“. Bei Microsoft Office sieht es etwas schlechter aus. Ein gutes kostenloses Programm für SVG-Dateien ist das Vektorprogramm Inkscape, welches auf http://www.inkscape.org kostenlos erhältlich ist. Dies kann solche Dateien problemlos öffnen. Dort kann man seine Masken in der richtigen Größe auf Papier bannen. Sollte die Maske größer sein als eine A4-Seite (so wie bei mir, siehe Bild), so erstellt man sich vier separate Seiten/Ausdrucke.

Übergroße Maske?

Zuerst platziert man die Maske so auf der Seite, dass der obere linke Quadrant der Maske in der unteren rechten Ecke der Seite zu sehen ist. Danach verschiebt man die Maske, sodass sich der obere rechte Quadrant in der unteren linken Ecke der Seite befindet. Für die verbleibenden zwei unteren Quadranten wiederholt man das Ganze dann in den oberen Seiten-Ecken.

 

 

Bastelarbeit

Nun klebt man sich das Ganze am besten auf eine entsprechend große Pappe und muss mit einem scharfen Messer (z.B. Cuttermesser) nur noch die Streifen ausschneiden – und schon hat man seine Maske eigentlich auch schon fertig. 🙂

Halbfertig sieht das dann aus wie auf dem Bild nebenan. Sieht etwas geknittert aus, aber ich habe das Papier auch nur leicht auf die Pappe geklebt, denn zuguterletzt habe ich bei mir dann noch das Papier wieder entfernt und die Maske schwarz lackiert. Man kann sich dann entweder noch einen langen pappstreifen um die Maske kleben, sodass man sie über das Teleskop stülpen kann, oder man nimmt einfach etwas VDE-Band/Abdichtband (das farbige Klebeband) mit dem sich die Maske auch problemlos ohne Rückstände vor dem Teleskop befestigen lässt.

 

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Kraterlandschaft

Nein. Nicht der Mond. Mit ca. 4.800 km Durchmesser aber auch nicht viel größer als der Mond. Dieser hat ca. 3.500 km Durchmesser.

Nein, es handelt sich hierbei um die kleinsten und auch sonnennächsten Planeten unseres Sonnensystems: Merkur. Mit Temperaturen zwischen -173 °C und + 427 °C macht er gleichzeitig auch die größten Temperaturunterschiede mit. Aber das besondere ist wohl eher, dass er mit der Sonne eine gebrochen gebundene Rotation durchführt. Alle zwei Umrundungen um die Sonne dreht er sich nur dreimal um die eigene Achse (2:3 Kopplung). Am sonnennächsten Punkt entspricht seine Rotation sogar der Umlaufgeschwindigkeit und an diesem Ort zeigt er der Sonne die gleiche Seite (gebundene Rotation wie der Mond). Dadurch, sowie dem Fehlen einer Atmosphäre, kommt es zu Temperaturunterschieden von 600 °C zwischen Vorder- und Rückseite.

Seine ursprüngliche Rotation hat Merkur durch sogenannte Gezeitenkräfte verloren. Da er sehr nah an der Sonne liegt, wirkt die Gravitation stark auf ihn – man könnte sagen, sie zieht enorm an ihm – und im Laufe all der Milliarden Jahre verlor er so größtenteils seinen Eigendrehimpuls.

Das hier gezeigte Bild entstand von der Raumsonde Messenger, die fleißig den ehemals nach Pluto kleinsten Planeten beobachtet. Bei diesem Photo über das Weitwinkel Mercury Dual Imagin System. Und zeigt eindrucksvoll die atmosphärenlose, kraterübersäte Landschaft Merkurs.

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Saturns Rose

Nicht mehr ganz neu, aber Ende letzten Jahres schoss die narrow-angle Kamera der Raumsonde Cassini ein interessantes Bild. Man könnte es als Rose bezeichnen.

Diese Falschfarbenaufnahme entstand, indem die Kamera das Licht mit verschiedenen Spektralfiltern aufnahm. Zum Einsatz kamen dabei 890 Nanometer für Blau, 728 Nanometer für Grün und 752 Nanometer für Rot, also alles im Infrarot-Bereich. Im Bild letztendlich ausgedrückt heißt es, dass der rote Farbton niedrige Wolken darstellt und der grünliche Farbton eher höhere Wolken.

Diese rote Rose, die eigentlich ein gigantischer Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten um die 300 Meter pro Sekunde darstellt hat dabei einen Durchmesser von ca. 20.000 Kilometern und befindet sich über dem Nordpol von Saturn.

Es gab zwar auch schon frühere Aufnahmen, als Voyager 2 1981 an Saturn vorbei flog, jedoch keine detaillierten Aufnahmen der Pole. Auch als Cassini das Saturn-System 2004 erreichte, lagen beide Pole im Schatten. Selbst nach vielen Jahren lassen sich also interessante und beindruckende Dinge auf Saturn entdecken.

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Was ist Zeit. (II) – Entropie

Ich möchte hier nochmal etwas näher auf die Entropie eingehen. Zumal ja in sehr engem Zusammenhang mit der Zeit steht. Wie bereits in Teil I erwähnt ist sie ein Maß für die Unordnung eines Systems. Man stelle sich vor man hält ein sortiertes Skatblatt in der Hand. Jeweils den Farben nach und innerhalb der Farben (von Karo nach Herz, dann Pik, zuletzt Kreuz) von 7 bis 10, Bube, Dame, König, Ass. Es gibt demnach genau eine Möglichkeit, diese sortiert zu halten. Schmeißt man aber den Stapel hoch und schiebt die Karten danach wieder zusammen, sind sie in einer sehr unsortierten Reihenfolge.

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Was ist Zeit. (I)

Ursprünglich war es geplant, alle Aspekte in einen Beitrag zu packen. Aber ich glaube, dies ist nicht Möglich. Das Thema Zeit kann man einfach aus zu vielen Blickwinkeln betrachten und ist natürlich mehr als nur ein Begriff. Es wird wohl darauf hinausführen, dass ich hierzu weitaus mehr als einen Beitrag verfassen werde.

Eine Hauptfrage ist zuerst, ob Zeit nun eine Erfindung des Menschen ist, oder ob es sie wirklich gibt. Dazu kann man folgende Frage stellen:

Wenn man die Zeit anhält, für wie lange kann man dies dann tun? Weiterlesen

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Gibt es mehr Sandkörner auf der Erde als Sterne im Universum?

Also das hat mir keine Ruhe gelassen…

Aber man kann sich ja einfach mal ein kleines Rechenprogramm schnappen und mal „wild“ drauf los rechnen…

Ich habe mir mal ein relativ großes Sandkorn genommen – mit einem Durchmesser von 0,5mm. Es gibt zwar auch größere, aber es gibt auch um einiges kleinere Sandkörner. So müssten wir sogar noch etwas über der goldenen Mitte liegen und das Sandkorn ist bestens zum Rechnen geeignet. Weiterlesen

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Dehnt sich das Universum aus, und wohin?

Es wird nicht nur angenommen, dass sich das Universum ausdehnt, es gilt seit der WMAP-Sonde (Wilkinson Microwave Anisotropy Probe) und seit Menschen wie Edwin Hubble als faktisch erwiesen.

Warum? Hubble fand heraus, dass sich alle Galaxien von uns entfernen. Und je weiter sie sich von uns überhaupt entfernt sind, desto schneller entfernen sie sich auch von uns. Es gibt dabei keinen zentralen Punkt von dem aus sie sich entfernen. Die Galaxien streben einheitlich auseinander. Weiterlesen

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Was oder wo war alles vor dem Urknall?

Eigentlich können wir noch nicht mal beantworten, was genau beim Urknall passierte, da ziehen uns die Planck-Zeit (5,39106 · 10−44 s) und Plank-Länge (1,616199 · 10−35 m) einen Strich durch die Rechnung. Beide Planck-Konstanten sind so gesehen winzig. Eine Sekunde ist gegen die Zeit eine Ewigkeit und ein Millimeter ist monströs gegen die Planck-Länge. Aber Unterhalb dieser Zeit, bzw. Länge versagen alle unsere physikalischen Grundlagen und Gesetze – wir können einfach keine Aussagen über das wieso, weshalb und warum treffen. Weiterlesen

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